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Feurige Chillies

Feurige Chillies

Autor : Cornelia
Veröffentlichungsdatum : 13.05.2026
Cornelia
13.05.2026

Chillies verleihen unzähligen Gerichten ihren charakteristischen Kick. Ihre Geschichte beginnt lange bevor sie die Küchen Europas erreichte. Wilde Chillies wurden bereits um 7.500 v. Chr. in den Hochebenen Boliviens und den Tälern Mexikos gesammelt und kultiviert. Für die frühen Völker dort waren sie Grundnahrungsmittel, Medizin sowie ein wichtiger Teil ihrer Kultur und Rituale. Kolumbus brachte die Samen dann mit nach Spanien, von wo aus die Chili eine beispiellose Erfolgsgeschichte antrat.

Hier einige Fakten zu Chillies:


Chili-Pflanzen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse, ebenso wie Tomaten, Kartoffeln und Auberginen.


Große Sortenvielfalt: Es gibt über 4.000 verschiedene Chilisorten, die in ihrer Schärfe, Farbe, Größe und Form stark variieren.


Die Schärfe von Chillies wird in Scoville gemessen. Gemüsepaprika liegt bei 0-100 Scoville (SHU), milde Jalapenos bei 2500-5000 SHU, Thai Chillies bei 30.000-50.000 SHU. Die derzeit schärfste Chili der Welt ist die Pepper-X mit 2.690.000 SHU, die die Carolina Reaper, die Spitzenwerte von über 2.200.000 SHU erreicht, im Guinnes Buch der Rekorde abgelöst hat.


Dass, das Entfernen der Samen eine Chili milder macht ist ein Mythos. Tatsächlich ist der weiße Membrananteil, an dem die Samen befestigt sind, der schärfste Teil der Chili.


Getrocknete Chilis sind oft schärfer als frische, da das Wasser verdampft und der Capsaicingehalt pro Gewichtseinheit höher ist.


Der scharfe Geschmack der Chilischoten kommt vom Capsaicin, das die Schmerzrezeptoren im Mund aktiviert, aber tatsächlich keine Verbrennungen verursacht. Was man als Schärfe wahrnimmst, ist kein Aroma sondern spezielle Rezeptoren vermitteln einen Schmerz- oder Hitzereiz. Schleimhaut und Haut werden gereizt und die Durchblutung wird massiv gesteigert. Genau den gegenteiligen Effekt kennst man vom kühlenden Menthol der Minzen – dieses aktiviert Kälterezeptoren.

Ihre Schärfe dient den Chillies als natürliche Abwehr gegen Säugetiere, die versuchen, sie zu fressen. Sie würden viele der Samen beim Verzehr zerkleinern und zerstören, wodurch deren spätere Keimung verhindert wird. Vögel hingegen spüren keine Schärfe und sind daher Hauptverbreiter von Chilisamen. Sie zerstören und verdauen die Samen nicht und tragen sie in neue Gebiete.


Akute Chili-Schärfe im Mund lässt sich am besten mit fetthaltigen Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Sahne, Käse) lindern. Das darin enthaltene Fett löst das Capsaicin und das Protein Kasein bindet das Capsaicin. Hochprozentiger Alkohol löst das Capsaicin ebenfalls, ist aber weniger effektiv als Fett. Wasser trinken hilft nicht, da Capsaicin nicht wasserlöslich ist.


Laut Legende haben japanische Samurai vor dem Kampf Chillies gegessen, weil sie glaubten, dass es sie unbesiegbar machte. Die durch Capsaicin freigesetzten Endorphinen und Dopamin stimulieren und reduzieren die Angst.


Vitamin C-Power: Chilischoten enthalten mehr Vitamin C als Orangen und sind daher ein wertvoller Beitrag zur Stärkung des Immunsystems.


Heute nutzt die westliche Medizin den Wirkstoff Capsaicin für verschiedene Medikamente und Kosmetika. Das wohl berühmteste Beispiel für ein medizinisches Chili-Produkt ist sicherlich das ABC-Pflaster. Das verwendete Capsaicin fördert die Durchblutung der Haut und wärmt sie. Zudem werden weitere Stoffwechselprozesse angeschoben, das Blut versorgt verspannte Muskeln besser mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Folge: Der Muskel lockert sich, Schmerzen nehmen ab.


Pfefferspray besteht nicht – wie man meinen könnte – aus Pfefferextrakt, sondern enthält Capsaicin.


Die teuerste Chili der Welt ist die sehr seltene, Wildchili Aji Charapita. Sie stammt aus Peru, ist erbsengroß und muss aufwendig von Hand geerntet werden. Sie wird sowohl frisch als auch getrocknet verwendet, und ein Kilo kann bis zu 25 000 $ kosten!


Bhut Jolokia gegen Elefanten: In Indien werden Bhut Jolokia-Chilis verwendet, um Elefanten abzuwehren und Feldfrüchte und Häuser zu schützen! Diese Chilis werden entlang eines Zauns verteilt, und ihr Geruch reicht aus, um Elefanten zu stoppen!